Freitag, 16. November 2012

Namensrechte im Amateursport - Sinn oder Unsinn?


Die ABISOL-ARENA, die ABT-Arena, der ben-u-ron-Sportpark, die RZ-Arena und die Schaumaplast-Arena haben eines gemeinsam: Die Stadien in Herne, Durach, München, Leimbach und Reilingen werden nicht von Profivereinen bespielt. Immer mehr Amateurvereine gehen dazu über das Namensrecht ihrer Anlage an Sponsoren zu vergeben. Auf den ersten Blick scheint dieser Schritt übertrieben und wird in den Vereinen oftmals aus Traditionsbewusstsein abgelehnt. Was bringt diese Vermarktung also für die beteiligten Parteien?

ABT-Arena in Durach
Der Verein muss natürlich grundsätzlich erst einmal die Rechte zur Vermarktung der Anlage besitzen um den Namen an einen externen Partner vergeben zu dürfen. Zudem sollte er intern klären ob eine solche Maßnahme auf die Zustimmung der Mitglieder stößt, um Imageprobleme innerhalb des eigenen Vereins zu vermeiden. Sofern die Grundlagen zur Vermarktung des Stadion-/Hallennamens gegeben sind, kann die Suche eines geeigneten Partners beginnen. Eventuell gibt es bereits bei den bestehenden Sponsoren Interesse an dieser Maßnahme. Im besten Fall bedeutet die Vergabe des Namensrechtes für den Verein eine zusätzliche Mehreinnahme zur Finanzierung des Vereinsbetriebes. Wie der Verein eine solche Akquise angeht, bzw. das Namensrecht des Sponsors dann optimal umsetzt, soll in einem der nächsten Artikel thematisiert werden.
 
Aus Sponsorensicht stellt sich zu Beginn natürlich die Frage nach dem Sinn dieser Maßnahme. Man möchte meinen, dass insbesondere die Kontaktzahlen, die mit einem Stadion-/Hallennamensrecht erreicht werden, für einen Sponsor uninteressant sind. Allerdings ist dies differenziert zu betrachten, denn wenn das Namensrecht vollständig umgesetzt wird, d.h. z.B. der Stadionname auch in den Spielplänen des Verbandes eingepflegt wird, ist die Anzahl der Kontakte durchaus im siebenstelligen Bereich pro Jahr anzusiedeln. Zudem ist das Namensrecht eine sehr gute Möglichkeit der Kommunikation des Sponsoringengagements bei diesem Verein, da jedes Mitglied zwangsläufig mit dem Namen in Kontakt kommt. Zudem ist die Einstiegssumme natürlich wesentlich niedriger als im Profisport, sodass im Amateursport eine völlig andere Zielgruppe der Sponsoren angesprochen wird. So wie die nationale und internationale Präsenz der Allianz Arena für die Allianz sinnvoll ist, kann dies für einen Sponsor lokal oder regional ebenso interessant sein.

Für beide Parteien ist zu beachten, dass eine kurze Laufzeit dieser Maßnahme wie in den Fällen ABISOL-ARENA und RZ-Arena (aktuell nur 1 Jahr Laufzeit) keinen Sinn macht. Für den Sponsor kann in diesem kurzen Zeitraum keine Durchdringung der angesprochenen Zielgruppen stattfinden und der Verein begibt sich in die Gefahr seinen Stadion-/Hallennamen fortlaufend zu ändern.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass eine Vergabe des Namensrechts der Sportanlage also durchaus für alle Parteien sinnvoll sein kann. Entscheidend sind die Rahmenbedingungen, die eine Umsetzung dieses zugegebenermaßen großen Schrittes verhindern oder zulassen.

Matthias Ilg [M.A. Sportmanagement] ist Geschäftsführer von KIM SportsManagement und für die Bereiche Image und Markenbildung zuständig. Er ist jahrelang ehrenamtlich als Vereinsfunktionär, Trainer und nationaler Wertungsrichter im Tanzsport aktiv und lehrt seit 2009 in den Fachbereichen Markenbildung, Gewinnung und Bindung von Zuschauern und Social Media Marketing.

Quellen:


Dienstag, 24. Juli 2012

Trikotaktionen – Sponsoring zum „Schnäppchenpreis“?

Trikotsponsoring im Zuge einer Trikotaktion klingt zunächst nach einer vielversprechenden Lösung für Vereine, bei denen das Geld knapp ist, deren Mannschaften aber trotz allem dringend neue Ausrüstung benötigen. Unternehmen haben diese Chance erkannt und bieten Trikotaktionen zu scheinbar günstigen Bedingungen an. Zwei Anbieter sollen hier kurz vorgestellt werden. Zum einen Sky Deutschland und zum anderen der Telefonanbieter der Stadtwerke München M-net. 


„Vorrangiges Ziel der Initiative ist es, die Kassen der Vereine und Mannschaften in Deutschland und Österreich zu entlasten. Als Partner des Sports möchte Sky allen Teams einen tollen Auftritt in qualitativ hochwertiger Mannschaftsausstattung ermöglichen. Denn viele Vereinskassen sind leer und die finanziellen Möglichkeiten vieler Teams begrenzt. Mit der Sky Initiative "Dein Trikot" haben nun aber auch Mannschaften in den unteren Ligen und besonders Kinder- und Jugend-Teams die Möglichkeit, moderne und qualitativ hochwertige Spiel- und Sportkleidung erwerben", laut Motivation von Sky.
Sky Trikotaktion
Hinter dieser Aussage verbirgt sich die Motivation von Sky Deutschland für ihre Trikotaktion. Fußballvereine bzw. -mannschaften können einen einzelnen neuen Trikotsatz bereits ab 9,95€ zzgl. weiterer Kosten für Beflockung usw. erwerben, Hallensportlern wird dies ab 12,99€ ermöglicht. Die Trikotsets sind in verschiedenen Farbkombinationen verfügbar und werden durch weitere Sportartikel vervollständigt.

Auch M-net nutzt diese Werbemöglichkeit. Möchte man als Verein allerdings bei der Trikotaktion von M-net teilnehmen, so sind fünf Kriterien zu erfüllen um den Trikotsatz, bestehend aus 15 Trikots plus ein Torwarttrikot, kostenlos zu erhalten. Der Grundpreis liegt hier bei 500,-€. Jeweils 100,-€ Rabatt erhält man, wenn
  1. der Verein im M-net Anschlussgebiet liegt,
  2. eine Anzeige im Vereinsmagazin veröffentlicht wird,
  3. Maxi DSL Spielankündigungsplakate eingesetzt werden,
  4. eine Pressemitteilung inkl. Mannschaftsfoto im Gemeindeblatt oder der regionalen Tageszeitung und
  5. eine Mailingkation an die Vereinsmitglieder durchgeführt wird.
Bei dieser Variante profitiert zwar auch der Verein, aber den meisten Nutzen zieht M-net aus dieser Aktion. Denn hier handelt es sich im wahrsten Sinne des Wortes um „Werbung für einen Spottpreis“.
Melanie Machunze
M-net nutzt hier diverse Werbemöglichkeiten, die in einem Sponsoringpaket mit deutlich mehr Kosten verbunden wären. Ziehen wir einen Fußballverein als Beispiel heran. Ein Verein mit knapp über 600 Mitgliedern, einem Vereinsmagazin mit einer Auflage von 2.500 Stück. Eine 1. Herrenmannschaft in der Kreisliga muss in einem Verein dieser Kategorie ungefähr folgende Kosten aufwenden. Die Schaltung einer einseitigen Anzeige im Vereinsheft kostet 400€, die Präsenz auf Spielankündigungsplakaten wird bei 10 Plakaten mit je 10€ pro Monat und Plakat angesetzt. Hier müssen natürlich die Sichtkontakte berücksichtigt werden. Das Logo auf der Trikotbrust sollte nur exklusiv für ca. 1.500€ vergeben werden.
Auf dieses gesamte Leistungsspektrum, welches zusammengerechnet bei einem Verein in der 8. Liga weit über 2.000€ kosten würde, könnte M-net quasi für einen Betrag von 500€ zugreifen.
Vergleicht man das Angebot von M-net und Sky Deutschland mit unserem Beispielverein, so zieht man doch einen deutlichen Nachteil aus solchen Angeboten, auch wenn sie auf den ersten Blick recht vielversprechend erscheinen.
Für Vereine sollte demnach die Suche nach ortsansässigen Sponsoren im Vordergrund stehen, denn von Partnerschaften dieser Art profitieren beide Seiten. Der Sponsor kann seinerseits die Partnerschaft mit dem Verein nach außen kommunizieren, von dessen Image profitieren und soziale Verantwortung und Verbundenheit zur Region demonstrieren. Der Verein wiederum kann durch Partnerschaften höhere Sponsoringsummen akquirieren, vergibt exklusive Rechte nicht zu „Spottpreisen“.  Die Sponsorenakquise ist natürlich mit einem gewissen Aufwand verbunden. Nicht jeder Verein kann diesen Einsatz betreiben, sei es aus zeitlichen oder finanziellen Gründen. Daher können sich unter Umständen für den ein oder anderen kleinen Verein diese Trikotaktionen lohnen.

Mittwoch, 11. Juli 2012

Der Gewinner unserer Sponsoringaktion in Zusammenarbeit mit bene-Arzneimittel steht fest!


1.000,-€ waren zu gewinnen und seit dem 14.06.2012 ist das Ergebnis amtlich. Die HURRICANES HEIDESHEIM konnten mit ihrer Bewerbung überzeugen und sich über 1.000,-€ für den Verein freuen. Wir gratulieren zu diesem Sieg!

Zum Start von amateursport.biz hat bene-Arzneimittel ein Sponsoringengagement in Höhe von 1.000,-€ vergeben. Vereine hatten die Möglichkeit, ihre aussagekräftigen Bewerbungen an amateursport.biz zu senden. Diese wurden auf Facebook veröffentlicht. Dort hatten alle die Möglichkeit, die Bewerbungen zu teilen. Nur die 10 Vereine, die am meisten geteilt wurden, sind im Anschluss in die Endentscheidung gekommen.
Ziel der Aktion war es, sich aus Vereinssicht Gedanken zu machen, welche Leistungen man bene-Arzneimittel für das Engagement bieten kann. Die richtige Mischung aus Fördergedanken und entsprechenden Gegenleistungen war der entscheidende Faktor für den Erfolg.
Es sind viele gute Bewerbungen eingegangen, die auch fleißig geteilt wurden. Am Ende standen 10 Teilnehmer für das Finale fest. Mit dabei waren der Hagener Schachverein, der SV Germering, die HURRICANES HEIDESHEIM, der TV 1962 Langen e.V., MISCHFABRIK MOVIES, der TSV Milbertshofen, die MSV Duisburg 02 Turnen e.V. Einradzebras, der TC Langenargen, das Team 26 - Race across America 2012 und der SG Ratingen 2011!

Nun lag es an bene-Arzneimittel, in Zusammenarbeit mit dem amateursport.biz Sponsoringexperten Manuel Madunic, sich aus vielen guten Bewerbungen für einen Gewinner zu entscheiden und dies ist nicht leicht gefallen, wie uns Sandra Glück, die Marketingleiterin von bene-Arzneimittel, nach der Entscheidung verraten hat. Doch letztendlich fiel die Entscheidung auf die HURRCIANES HEIDESHEIM, da das Konzept zu bene-Arzneimittel passt und gut durchdacht war.
Die HURRICANES HEIDESHEIM, Basketballabteilung der TSG Heidesheim, setzen sowohl auf die sportliche Entwicklung der Seniorenteams, als auch auf eine gute Jugendarbeit. Die Mannschaften im Erwachsenenbereich spielen in der Landes- und in der Oberliga. Neben der sportlichen Entwicklung ist den Heidesheimer Riesen soziales Engagement sehr wichtig. Um dem gerecht zu werden, arbeitet die Abteilung mit örtlichen Kindergärten und Schulen zusammen – ein Projekt, das ideal zu bene-Arzneimittel passt. Gerade die Förderung von Kindern und deren Gesundheit liegt dem Münchener Familienunternehmen besonders am Herzen. 

Die Abteilung organisiert unter dem Motto „Körbe für Kids“ Basketball-Erlebnistage an Schulen und Kindergärten. Als Gegenleistung für das Sponsoringengagement wurde bene-Arzneimittel ein Auftreten als Gesundheitspartner bei den Veranstaltungen zugesichert, bspw. durch Präsenz auf allen Plakaten und mit Bannern vor Ort. Zudem könnten die Maskottchen der HURRICANES „HURRI & CANE“ zusammen mit dem „ben-u-ron MediTeddy“ als Dreamteam auftreten und die Wichtigkeit von Sport und Bewegung an die Basketballer von morgen vermitteln. Die Einbindung von ben-u-ron als Gesundheitspartner und der Gedanke, den „ben-u-ron MediTeddy“ mit  auf den Veranstaltungen zu präsentieren, hat gezeigt, dass die Heidesheimer Riesen sich Gedanken gemacht haben, wie sich ben-u-ron passend platzieren könnte.
Die Ideen, was man gemeinsam bewegen kann und wie sich ben-u-ron dabei einbringen kann,  haben die Experten überzeugt und bringen den Heidesheimer Riesen am Ende den Sieg und 1.000,-€! Diese Summe wird in der Abteilung für die Förderung und Finanzierung der Aus- und Weiterbildung der Trainerinnen und Trainer genutzt, welche sich neben dem regulären Trainingsbetrieb zusätzlich ehrenamtlich für die Aktion „Körbe für Kids“ engagieren.

Michael Franke (Prokurist) und Sandra Glück (Marketingleiterin) von ben-u-ron bedanken sich bei allen Bewerbern und gratulieren den HURRICANES HEIDESHEIM.

Montag, 2. Juli 2012

12für11 – Fans unterstützen ihren Verein

„Eine Woche Trainingslager im 4,5 Sterne-Hotel in der Türkei. Wie können sich die Stuttgarter Kickers das eigentlich leisten?“ (Bericht aus der BILD vom 23.02.2012)

Ganz einfach: mit der Aktion 12für11, eine Aktion von Fans für Fans.
Dabei können Fans aktiv als Sponsoren bei dem Drittligisten SV Stuttgarter Kickers einsteigen und attraktive Gegenleistungen erhalten. Dabei handelt es sich um Fansponsoring, das in dieser Art und Weise einmalig ist. Entstanden ist diese Idee im Jahr 2011 durch das für die Fans zuständigen Aufsichtsratsmitglied Philipp Pfeiffer in Kooperation mit Fans, die in den Bereichen Sponsoring, Marketing etc. beruflich tätig sind.
Logo 12für11
Das Besondere hierbei ist, dass das eingenommene Geld unmittelbar und direkt in den Etat der 1. Lizenzspielermannschaft fließt. Es ist demnach kein Spendenaufruf, sondern eine direkte Unterstützung der 1. Herrenmannschaft. Für einige Fans ist eine reine Mitgliedschaft nicht ausreichend, daher ist diese Aktion eine optimale Verbindung zwischen der reinen Mitgliedschaft und einem Sponsoring. Die Schnittstelle wird somit geschlossen.

Der Mitgliedsbeitrag für ein Fansponsoring liegt für eine Einzelperson bei 189,90 € pro Jahr. Des Weiteren werden Partner-Tarife für 300,- € für ein Jahr und Familientarife für 150,- € pro Person für ein Jahr angeboten. Ab der dritten Person zahlt bei diesem Tarif jede Person 150,- €. Bei allen Tarifen erhalten sowohl beide Partner als auch alle Familienmitglieder dieselben Leistungen aus dem Gegenleistungspaket.
Melanie Machunze
Das Gegenleistungspaket enthält standardmäßig folgende Leistungen: Sponsoring-Vertrag, Vollmitgliedschaft (Abteilung Fußball), zwei Sponsoren-Schilder (stadionwand & privat, allerdings nur im ersten Vertragsjahr), exklusive Fansponsoren-Treffen und Verlosungen sowie namentliche Nennung auf der 12für11-Homepage. Außerdem kann man eine weitere Gegenleistung aus drei verschiedenen Töpfen wählen: Topf 1 Erlebnis, Topf 2 Style oder Topf 3 s’Bombole. Angeboten wird z.B. ein All-Area-Ticket, ein Trikot oder ein Kapuzenpulli u.v.m. Der Fan kann aber auch zu Gunsten der Kickers auf die Gegenleistung verzichten. Wie sich die einzelnen Töpfe exakt zusammensetzen, könnt ihr auf der 12für11-Homepage finden.  
12für11 geht im zweiten Jahr noch einen Schritt weiter um die aktuelle Fansponsorenanzahl von 178 weiter zu erhöhen. Jeder Fansponsor, der ein neues Mitglied wirbt, erhält daher als Prämie einen Kasten Bier und nimmt zusätzlich an dem Gewinnspiel für ein Wochenende Subaru fahren mit Besuch und Übernachtung bei der 1. Mannschaft im Trainingslager teil.

Auf den ersten Blick erscheint die Sponsoringsumme von 189,90 € recht hoch, egalisiert sich aber durch das breite Angebot an Gegenleistungen aus dem Sponsoring-Paket. Demnach handelt es sich bei der Aktion 12für11 um ein Sponsoring auf Augenhöhe.

Daher ist dieses Konzept auch übertragbar auf Amateursportvereine. Natürlich müsste zum einen der Jahresbetrag dem jeweiligen Verein angepasst werden, zum anderen das Angebot der einzelnen Töpfe anderweitig bestückt werden. Beispiele für Amateursportvereine wären Essensgutscheine für das Sommerfest oder die namentliche Nennung auf einer Bande.

Für den Fan, der einen Schritt weiter gehen möchte, ist es die perfekte Alternative um aktiv seinen  Verein und die Mannschaft zu unterstützen. Auch aus Vereinssicht bietet dies eine optimale Alternative zum „Betteln“ um Spendengelder.  Jeder Verein kann sich glücklich schätzen, über so engagierte Fans zu verfügen. Alles in allem ein sehr gelungenes Paket – was sich auch in der positiven Resonanz der Fans widerspiegelt.

Donnerstag, 31. Mai 2012

Sportkommunikation als Handwerk

Damen Champions League 2012 - Sieger Lyon
Was haben der Amateurfußball und die UEFA Champions League gemeinsam? Nichts, meinen Sie?
In sportlicher Hinsicht mag das stimmen – einen Lionel Messi kann man sich nur schwer in der Bezirksliga vorstellen. In Sachen Presse- und Öffentlichkeitsarbeit ist dies dagegen anders. Hier gibt es eine ganze Reihe von Gemeinsamkeiten.



Annähern wollen wir uns dem Sachverhalt auf eine etwas ungewöhnliche Weise. Stellen Sie sich vor, sie wären bei einem Kaffeekränzchen mit Ihren Verwandten zu Gast und haben gerade die Aufgabe, zu erklären, womit Sie ihr Geld verdienen. Ähnlich kompliziert wie ein Marketingbeauftragter oder ein Fundraising-Berater hat es dabei der PR-Manager: Oftmals ist es alles andere als einfach, das Tätigkeitsfeld‚ Presse- und Öffentlichkeitsarbeit oder, wie in meinem Fall, die Sportkommunikation Nicht-Insidern zu veranschaulichen. Gerne behelfe ich mich dann mit der Erklärung, ich sei eine Art Handwerker – nur eben im Bereich Sportkommunikation.
Hintergrund ist, dass die PR-Arbeit im Allgemeinen wie ein klassisches Handwerk funktioniert und für alle Branchen die nahezu gleichen Intrumentarien gelten. Im Einzelfall bedeutet dies, dass ein PR-Manager im Bereich Versicherungswesen einen ähnlichen Job macht wie ein PR-Manager für einen Sportartikelhersteller. Unterschiedlich sind lediglich die Zielgruppen, die angesprochen werden.
Christian Henßel
Und genauso ähnlich wie sich die PR-Instrumentarien für unterschiedliche Branchen verhalten, ähnelt auch die PR-Arbeit bei Großevents wie zum Beispiel der UEFA Champions League der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit für Amateurvereine. Viele dieser PR-Maßnahmen für Großereignisse kann man auf den Amateurfußball adaptieren, um erfolgreich PR-Arbeit zu betreiben.
Anbei einige Beispiele, die wir zuletzt im Rahmen unserer Agenturtätigkeit für die UEFA zum Champions League-Finale der Frauen und zum Champions Festival angewendet haben, und ihre Adaptionsmöglichkeit für den Amateurfußball:
  • Flyer
    Im Rahmen der PR- und Promotionaktivitäten für das Champions Festival im Olympiapark wurden für die UEFA mehr als 50.000 Flyer und Broschüren für Zuschauer und Besucher produziert – eine Menge, die für Sie in Ihrem Amateurverein natürlich nicht in Frage kommt. Was allerdings sehr wohl auch in Ihrem Tätigkeitsfeld zum Tragen kommt, sind Publikationen wie das Stadionheft oder das Plakat zum aktuellen Spieltag. Nehmen Sie dieses Kommunikationsmittel ernst – es ist Ihre Visitenkarte für Zuschauer und Fans, mit der Sie sich in der Außendarstellung präsentieren! Unser Tipp: Geben Sie die Gestaltung in professionelle Hände, insofern es Ihr Budget zulässt. Das Gleiche gilt für die Gestaltung Ihrer Vereins-Homepage. 
  • Gewinnspiele
    Ganz klar: Eintrittskarten für das Finale der UEFA Champions League können Sie in Ihrem Verein nicht verlosen. Denken Sie dennoch darüber nach, Gewinnspiele auch in Ihrem Verein regelmäßig einzusetzen. Unser Tipp: Schon die Verlosung eines unterschriebenen Trikots oder eines Spielballs schafft Sympathie bei Fans und Zuschauern.
  • PR-Events
    Die UEFA setzt regelmäßig PR-Events ein, um auf sich aufmerksam zu machen. Ein für Ihren Verein relevantes Event könnte beispielsweise ein Tag der offenen Tür sein. Unser Tipp: Präsentieren Sie sich und Ihren Club von Ihrer schönsten Seite und zeigen Sie möglichen Investoren, warum Sie sich bei Ihnen engagieren sollen.
  • Pressekonferenzen, Pressemitteilungen und Interviews
    Ein letztes PR-Instrument darf nicht fehlen: Geben Sie den wichtigsten Multiplikatoren Ihres Vereins „Futter“ – das heißt, den Journalisten im Umfeld Ihres Vereins. Unser Tipp: Veranstalten Sie kleine Pressegespräche, kommunizieren Sie regelmäßig Pressemitteilungen und bieten Sie Interviews mit Vereinsvertretern an.
Fazit: Denken Sie im Großen, handeln Sie im Kleinen. Schon ein professionell gestaltetes Stadionheft, eine Presseinformation mit Inhalt oder eine pfiffige Aktion für Fans kann mit wenig Aufwand große Wirkung erzielen. Und beachten Sie: Auch wenn kein Verein ohne ehrenamtliche Helfer bestehen kann, sollten Sie Ihre Pressearbeit dennoch nicht auf ehrenamtliche Schultern laden – auch wenn „es in der Vergangenheit schon immer der Sohn des Platzwarts ganz toll gemacht hat“.

Christian Henßel studierte Kommunikationswissenschaften, Markt- & Werbepsychologie und Soziologie an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Er war beim DSF (jetzt Sport1) zuletzt als Senior PR-Manager für die gesamte Presse- und Medienarbeit des Sportsenders zuständig. Als Geschäftsführer von matchit PR ist er auf die Bereiche Markenbildung und Öffentlichkeitsarbeit im Sport spezialisiert. 

Dienstag, 15. Mai 2012

Hospitality "light"

"Was glaubt ihr eigentlich, was wir das ganze Jahr über machen, damit wir Euch für sieben Euro in die Südkurve gehen lassen können? Was glaubt ihr eigentlich, wer Euch alle finanziert? Die Leute in den Logen, denen wir die Gelder aus der Tasche ziehen."

Wutentbrannt machte Manager-Urgestein Uli Hoeneß auf der Jahreshauptversammlung des FC Bayern München im November 2007 öffentlich, was bei vielen Profivereinen Alltagsgeschäft ist.
Nicht zuletzt durch die vielen neuen und umgebauten Multifunktionsarenen in Deutschland seit der WM 2006 spielt Hospitality eine immer größere Rolle bei der Finanzierung von Profivereinen und Sportstätten. Wegen einer wachsenden Konkurrenz zum „einfachen“ Produkt Spieltag in den unteren Ligen müssen jedoch auch Amateursportvereine, die sich langfristig behaupten wollen, entsprechend gewappnet sein.
Vanessa Gahr
Für Sie als Vereinsverantwortliche stellen sich natürlich die Fragen: Können wir das auch? Können wir eventuellen Zuschauerschwund durch eine neue Hospitality-Einnahmequelle kompensieren?Ich gehe davon aus, dass Sie das können. Allerdings müssen Sie dazu einiges beachten. Insbesondere den rechtlichen Faktor.
Frei übersetzt bedeutet Hospitality „Gastfreundschaft“. Sie sehen, nicht jeder Verein, der Hospitality nutzen will, braucht einen VIP-Raum oder eine Loge. Ein paar gastfreundliche „Schmankerl“ für die besonderen Gäste oder diejenigen, die es sein wollen, sollten Sie jedoch schon auf Lager haben.
Hier ein paar Ideen, wie Sie Hospitality im kleinen Rahmen einführen können:
- Haben Sie eine Sportstätte mit einem festen Gebäude zur Verfügung?
  • Versuchen Sie Räume mit Fenstern, (Innen-) Balkone oder Terrassen zu nutzen oder zu installieren, von denen aus das Spielfeld besonders gut einsehbar ist. Machen Sie daraus Ihre eigenen „Logen“ oder „Business Seats“ speziell für Ihre Sponsoren oder besonderen Gäste.Nutzen Sie auch Räume, die keinen direkten Blick aufs Spielfeld bieten – beispielsweise als VIP-Räume, in welchen in den Pausen besondere Verpflegung geboten wird.
  • Bieten Sie Ihren Mitgliedern, Gönnern und Sponsoren an, Ihre Sportstätte auch außerhalb der Spiele für Unternehmensveranstaltungen o.Ä. nutzen zu können (vielleicht ja auch inkl. einem „Ausprobieren“ Ihrer Sportart). Ihre Gäste können dabei selbst als Gastgeber auftreten. Ihre Vorteile: Sie generieren neue Einnahmen durch die Vermietung und profitieren von der erhöhten Aufmerksamkeit für Ihre Sportstätte.
  • Bereiten Sie Rahmenprogramme für Ihre Gäste vor (z.B. Auftritte oder Tipp-Kick, „Mini“-Golf o.Ä.).
- Sie wollen es etwas außergewöhnlicher? – Schaffen Sie spezielle „VIP-Plätze“ inmitten der Zuschauer. Bieten Sie diesen Gästen beispielsweise extra Sitzkissen oder Decken bzw. Sonnenschirme (je nachdem, um welche Sportart es sich handelt), sowie eine spezielle Service-Kraft, die sich um das Wohlergehen Ihrer Gäste kümmert.

Das alles verschafft Ihnen nicht nur Mehreinnahmen, sondern garantiert Ihnen auch Aufmerksamkeit. Seien Sie Vorreiter in Ihrer Region und nutzen Sie die zusätzliche Kommunikation rund um Ihr neues Angebot. Zeigen Sie sich dadurch innovativ und offen für neue Zuschauer, Mitglieder und (potenzielle) Sponsoren.
Dass Hospitality-Angebote natürlich nicht nur verkauft, sondern auch Einladungen direkt von Vereinen ausgesprochen werden, dürfte vielen von Ihnen klar sein. Allerdings bitte ich Sie: Überlegen Sie sich genau, wen Sie wann einladen und was mit der Einladung in der Öffentlichkeit verknüpft werden könnte. Über Hospitality schweben immer noch Themen wie „Vorteilsannahme und –gewährung“, sowie „Bestechlichkeit und Bestechung“. Die rechtliche Komponente ist leider noch immer nicht gänzlich geklärt.
Mein Tipp: Beachten Sie die Richtlinien und klären Sie diese wenn möglich schon vor einer Einladung genau ab. So kommen Ihre potenziellen Gäste erst gar nicht in die Gefahr absagen zu müssen. Ebenso kann den rechtlichen Fallstricken durch eine Einladung als Teil eines bestehenden Sponsoringkonzepts weitestgehend aus dem Weg gegangen werden.

Ich hoffe Sie trauen sich und präsentieren sich Ihren Gästen in Zukunft noch „gastfreundlicher“ und nutzen die Chancen, die Hospitality Ihnen bietet.
Für eventuelle Fragen stehe ich Ihnen hier in der Kommentarfunktion jederzeit gerne zur Verfügung. 

Vanessa Gahr studiert an der Fachhochschule für angewandtes Management in Erding Sportmanagement mit den Schwerpunkten Event-, Vereins- und Verbandsmanagement. Seit der Saison 2009 / 2010 arbeitet sie für die Landshuter Eishockey Spielbetriebs GmbH im Bereich Sponsoring und ist mitverantwortlich für Hospitality.

Mittwoch, 2. Mai 2012

Teambuilding im Hochseilgarten Ammersee!


Wie bereits in einem unserer letzten Artikel von Sabrina thematisiert, ist ein Hochseilgarten eine tolle Unterstützung auf dem Weg von der Sportmannschaft zum echten Team. Jetzt gibt es im Hochseilgarten Ammersee die Möglichkeit die Angebote selbst auszuprobieren. 



Der Hochseilgarten Ammersee in Utting öffnet in seinem Abenteuer Piratenschiff „Wilde Gretel“ am Sonntag, den 06.. Mai 2012 von 12.00 Uhr bis 17.00 Uhr die Türen zum Tag der offenen Tür. In der Winterpause wurde die Zeit genützt, um auf das moderne innovative Sicherungssystem „smart belay“ mit kommunizierenden Karabinern umzurüsten. 

So können ab dieser Saison schon Kinder ab 8 Jahren gemeinsam mit ihren Eltern bis in den Mastkorb in der Eben 4 des Piratenschiffes „Wilde Gretel“ auf 13 Meter klettern. Denn das neue Sicherungssystem „Smart Belay“ besteht aus zwei miteinander kommunizierenden Karabiner. So ist es nicht möglich, einen Karabiner zu lösen, wenn der zweite Karabiner noch offen ist. Mit dieser Investition wurde das hohe Sicherheitsniveau im Abenteuerbereich des Hochseilgartens Ammersee weiter ausgebaut. In der vierten Ebene wartet sodann noch eine weitere Neuerung, denn dort wurde im Winter die Kletterroute verlängert um eine zusätzliche Seilbahn in 13 Metern Höhe!

Die Erfahrungen der letzten vier Jahre sowie die super modernen Sicherungssysteme im Hochseilgarten Ammersee bieten nun für jede Art von Ausflug ein noch sichereres Erlebnis und besonders für die 6-13jährigen ganz neue Möglichkeiten in vier Ebenen übereinander.

Selbstverständlich wird das neue Sicherungssystem am Tag der offenen Tür auch vorgestellt, präsentiert und eingesetzt. An diesem Tag sind alle Kletterpreise um 2,00 € ermäßigt und der Kinderparcours in Ebene 1 des Hochseilgartens kann zum Schnupperpreis von nur 6,00 € einmal durchklettert werden. Unter allen Kletterern des Tages wird gegen 16.00 Uhr eine Saisonkarte für den Hochseilgarten verlost.

Außerdem gibt es an der großen Himmelsleiter zwei Wettbewerbe: Teams mit 3 bis 9 Personen sind aufgerufen die Himmelsleiter möglichst schnell zu erklimmen und hier den Rekord zu brechen. Für die Sieger in der Sportlerklasse (Start ca. 14.00 Uhr) gibt es eine Zehnerkarte für den Hochseilgarten im Wert von 270,00 € zu gewinnen, in der Familienklasse (Start ca. 13.00 Uhr) erhält das Siegerteam für eine Person eine Saisonkarte. Anmeldungen für den Wettbewerb an der Himmelsleiter werden am Tag der offenen Tür bis ca. 12.30 Uhr entgegengenommen. 

Und beim Kistenklettern gibt es für den höchsten Stapel des Tages eine Saisonkarte für den Hochseilgarten zu gewinnen!

Zum Tag der offenen Tür sind alle Klettergäste sowie alle interessierten Zuschauer herzlich eingeladen und es wird selbstverständlich auch für das leibliche Wohl gesorgt sein, unter anderem gibt es die beliebten selbstgebackenen Kuchen der Hochseilgarten-Bäckerin.

Für einen Besuch im Hochseilgarten sind feste, geschlossene Schuhe erforderlich sowie wetterangepasste Kleidung, die ausreichend Bewegungsfreiheit zum Klettern lässt.

Mehr Infos zum Hochseilgarten gibt es unter