Dienstag, 4. Dezember 2012

Ehrenamt in Vereinen




Ehrenamt, das auch unter der Bezeichnung bürgerliches Engagement bekannt ist, bezeichnet Tätigkeiten, die „freiwillig, gemeinwohlorientiert und unentgeltlich“ erfolgen. Dies findet meist in den Feldern Sport, Kultur und Musik, Umweltschutz, bei den Unfall- und Rettungsdiensten oder der wirtschaftlichen Selbsthilfe statt.
Quelle: evresi
„Die Gesellschaft lebt vom Ehrenamt“, so der Bürgermeister Erich Maier aus Lampertheim. Da die meisten Vereine eine sehr geringe finanzielle Unterstützung vom Staat erhalten, Ausgaben wie Raummiete, Strom und Wasser jedoch immer höher werden, nimmt die Bedeutung des Ehrenamts stetig zu. Ebenfalls stellen die hohen Personalausgaben eine weitere Hürde dar. Durch den demografischen Wandel, der die „Veralterung der Gesellschaft“ steht, wird die Problematik zusätzlich verstärkt. Somit gibt es nicht genügend Nachwuchs, um ehrenamtliche Mitglieder zu unterstützen bzw. von ihrer Tätigkeit abzulösen. Durch all diese Faktoren steigt die Bedeutung des Ehrenamts und wird auch weiterhin zunehmen.
Diese Schwierigkeit wird durch einen zusätzlichen Rückgang ehrenamtlicher Mitglieder intensiviert. Warum jedoch sinkt die Zahl an sozial Engagierten? Ein Grund dafür lässt sich am zeitlichen Druck festhalten. Durch den technischen Wandel und die steigende Geschwindigkeit der medialen Nutzungsformen kommen viele Beschäftigte nicht mehr zur Ruhe. Die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit verschwimmen zunehmend, was es besonders Berufstätigen erschwert, zusätzliche Lasten auf sich zunehmen.
Einer ehrenamtlichen Tätigkeit liegt Verantwortung zu Grunde. Sich dieser Verantwortung freiwillig zu stellen neben dem Alltagsstress, hemmt viele vor einer zusätzlichen Belastung durch ehrenamtliches Engagement.Ein weiterer Aspekt für den Rückgang des Ehrenamts ist sicherlich auch der demografische Wandel. Durch die Verschiebung der Altersstruktur, verringert sich der Anteil der jungen Bevölkerung. Somit gibt es nicht genügend Nachwuchs für ehrenamtliche Tätigkeiten. Nicht zu vergessen ist ebenfalls der finanzielle Aspekt. Während viele Deutsche einen Zweitjob annehmen und ihre Freizeit opfern, um finanziell abgesichert zu sein, kann ihnen das Ehrenamt in dieser Hinsicht keine Entlastung bieten, da das Ehrenamt „freiwillig ist und nicht auf eineentgeltliche Bezahlung ausgerichtet ist“. Ohne ehrenamtliche Mitglieder, kann ein Verein jedoch nicht bestehen.
Soziales Engagement wird daher in Vereinen groß geschrieben. Fakt ist jedoch, dass die Zahl der ehrenamtlichen Mitglieder zurückgeht.  Daraus folgt die Problematik, die der Stadtbrandmeister Flakenberks, Sören Dieke, erläutert: „Die Lasten verteilen sich auf immer weniger Schultern“.
Um dieses Dilemma zu entschärfen, fördern viele Gemeinden, aber auch Institutionen ehrenamtliches Engagement durch finanzielle Unterstützung. Beispielsweiße die Sparkasse spendete im Juni 2012 den Vereinen im Landkreis Dahme-Spreewald knapp 34.000 €. Die „Förderung viele[n/r] Freiwilligenprojekten [ist] die nötigefinanzielle Basis […], um erfolgreich arbeiten zu können.“
Doch unter all diesen Aspekten sollte eines nicht vergessen werden: Ein Ehrenamt sollte nicht als zusätzliche Belastung angesehen werden. Eine ehrenamtliche Tätigkeit ist viel mehr als das. Es vermittelt Werte wie Gemeinschaft, Zusammenhalt und soziale Befriedigung.

"Gemeinsam sind wir stark!"
Um sich für ein Ehrenamt begeistern zu können, muss sich die Sichtweiße  vom ICH zum WIR bewusst gemacht werden. Wer das schafft, verlangt kein Honorar und sieht das Ehrenamt auch nicht als Last an.
Allerorts spricht man davon, dass die Kinder unsere Zukunft sind. Doch wie soll die Zukunft aussehen, wenn Kinder in der Gegenwart nicht gefördert werden? Es liegt in der Hand jedes Einzelnen von uns, Angebote für die Weiterentwicklung der Kinder und Jugendlichen zu ermöglichen. Und das kann nur durch ehrenamtliche Tätigkeiten ermöglicht werden.
Wir, die mit diesem Bewusstsein leben, sollten uns nicht damit zufrieden geben, ehrenamtlich tätig zu sein. Vielmehr sollten wir versuchen, auch andere vom sozialen Engagement zu überzeugen.

Zusammenfassend kann man somit festhalten, dass viele Faktoren für den Rückgang des ehrenamtlichen Engagements verantwortlich sind. Sowohl der zeitliche Aufwand, die Verantwortung als auch der finanzielle Aspekt sind häufig Gründe, um sich gegen ein Ehrenamt zu entscheiden. Durch die Veränderung der Altersstruktur und der Anstieg an ehrenamtlichen Stellen wird diese Problematik zusätzlich verstärkt.

Da dieses Thema für jeden Verein relevant ist, möchten wir euch auf amateursport.biz in den nächsten Monaten Tipps verraten, welche Maßnahmen effektiv angegangen werden können.
Freut euch auf spannende Artikel und tolle Lösungsansätze!
Falls sich euer Verein bereits in einer misslichen Situation befinden sollte, könnt ihr uns auch gerne persönlich kontaktieren. Wir stehen euch mit Rat zur Seite.



Tatjana Kühn ist derzeit Studentin im Fachbereich Sport-, Medien- und Eventmanagement. Durch ihr langjähriges Engagement in den Sportbereichen Volleyball und Turnen,  beschäftigt sie sich u.a. mit der Zuschauer-, sowie Mitgliedergewinnung. Sie ist selbst ehrenamtlich aktiv und engagiert sich als Jugendvertretung in der Abteilung Turnen in Meitingen.


Quellen:
http://www.ehrenamt-deutschland.org/ehrenamtliche-taetigkeit/was-ist-ehrenamt-warum.html

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